Lehrgang FSD – Fachkraft im Sicherheitsdienst

Einleitung

Privaten Sicherheitsdiensten kommt österreichweit eine immer höhere Bedeutung zu, da Personal solcher DienstleisterInnen ein immer größeres Aufgabenspektrum erfüllen soll. MitarbeiterInnen von privaten Sicherheitsdiensten werden beispielsweise als Straßenaufsichtsorgane des ruhenden Verkehrs eingesetzt, sind in Großgebäuden für den Brandschutz und die Evakuierung im Ernstfall verantwortlich oder schützen bewaffnet oder unbewaffnet hohe Werte. Darüber hinaus hat die Veränderung in der Sicherheitslandschaft Österreichs und die Sensibilität gegenüber Personen, die im Ernstfall die Interessen ihrer Auftraggeber rechtswirksam durchsetzen müssen, die Anforderungen an private Sicherheitsdienste deutlich erhöht. Neben einsatztaktischen und rechtlichen Komponenten spielen heute soziale Kompetenzen und Kenntnisse über Menschenrechte bei der Aufgabenerfüllung eine erhebliche Rolle.

Trotz mehrerer Anläufe von Interessensvertretungen und seitens der Politik gibt es in Österreich keine geregelte Ausbildung für MitarbeiterInnen von privaten Sicherheitsdiensten. Teils setzen Unternehmen dieser Branche MitarbeiterInnen fachlich unausgebildet ein, teils werden behelfsmäßige Einschulungen durchgeführt. Damit sollen wenigstens minimale Anforderungen nach außen erfüllt werden, wozu einige wenige Kursinstitute diverse – fachlich ungeregelte – Ausbildungen anbieten. Insgesamt kann man von einem Wildwuchs mit verschiedensten Ausbildungskonzepten sprechen, die allesamt keinen Mindestanforderungen oder gar Normungen unterliegen. Viele öffentlichkeitswirksame Beispiele zeigen, wie schnell Personen, die ohne hochwertige Ausbildung als private Sicherheitskräfte eingesetzt werden, mit alltäglichen Herausforderungen überfordert sind.

Für DienstgeberInnen und AuftraggeberInnen ist es derzeit völlig undurchsichtig, welche Qualität die Ausbildung des Sicherheitspersonals hat. Der Bedarf an einer reglementierten Ausbildung, in der, abgesehen von Dauer und Inhalten auch die erforderlichen Kompetenzen der PrüferInnen normiert sind, ist daher nachweislich gegeben.

Dieses Zertifizierungsprogramm liegt als Basis für die Zertifizierung von MitarbeiterInnen im Sicherheitsdienst vor und verfolgt die Intension sowohl die betroffenen MitarbeiterInnen als auch Unternehmen, durch eine Harmonisierung der erforderlichen Kompetenzen, hinsichtlich der Transparenz und Angemessenheit zu unterstützen.

Zielgruppe der Zertifizierung

Die Zielgruppe umfasst Personen, die für Dienstleistungen gemäß der Gewerbeordnung §129 (4) und des zutreffenden Kollektivvertrages für Wachorgane des Bewachungsgewerbes eingesetzt werden sollen.

Die Zielgruppe dieses Zertifizierungsprogramms umfasst (in alphabetischer Reihenfolge) konkret:

  • Botschaftsdienste
  • Conciergedienste
  • Doormen
  • Fahrscheinkontrolldienste
  • Feuerwehrdienste und Löschtruppdienste in Betrieben
  • Flughafensicherungsdienste
  • Geld-/ Werttransporteure
  • Gerichtskontrolldienste
  • Mautaufsichtsdienste
  • MuseumswärterInnen
  • ObjektschützerInnen
  • Ordner- und Kontrolldienste
  • Portierdienste
  • Revierdienste
  • Service- und Empfangsdienste
  • Sicherheitsdienste bei Veranstaltungen
  • Sicherheitspersonal im öffentlichen Transportbereich
  • Sicherheitspersonal in Zügen (BahnbegleiterInnen)
  • SondertransportbegleiterInnen
  • Straßenaufsichtsorgane für den ruhenden Verkehr
  • VerkehrsreglerInnen

 

In einem erweiterten Feld sind neben den potentiellen ZertifikatsinhaberInnen auch Organisationen der Zielgruppe zuzuordnen, die im Sinne der Definition von „signifikant betroffener Kreise“ einen Nutzen jeglicher Art aus dieser Zertifizierung erfahren können. Insbesondere sind dies:
  • private und öffentliche AuftraggeberInnen
  • DienstnehmerInnen
  • Sicherheitsunternehmen und BranchenvertreterInnen bzw. Interessensvertretungen
  • Arbeitsmarktservice
  • Personen, die mit Sicherheitsangelegenheiten beruflich befasst sind oder Sicherheitsinteressen vertreten
  • Blaulichtorganisationen
  • Bildungsorganisationen

Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Unbescholtenheit (nachzuweisen mit behördlicher Bescheinigung/Strafregisterauszug)
  • Bestätigung der erforderlichen körperlichen Eignung für die Teilnahme der unter 9.2 angeführten Schulung (einschließlich Praxis und Interaktives Training) und für die Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe

Bestätigung durch eidesstattliche Erklärung oder ärztliche Bestätigung

  • Kein Waffenverbot (Bestätigung durch eidesstattliche Erklärung)

Lehrgangsdauer

Die Lehrgangsdauer beträgt 49 Unterrichtseinheiten.

Sollten TeilnehmerInnen bereits über eine Ausbildung zum Brandschutzwart einschließlich Brandmeldeanlagen und Interventionsdienst verfügen, reduziert sich die geforderte Dauer um 12 UE (Modul Brandschutzwart) zu je 50 Minuten. Ein Brandschutzpass mit einer verbleibenden Gültigkeitsdauer von drei Jahren muss in diesem Fall vorgelegt werden.

Zertifizierung

Dieser Lehrgang kann mit einer Zertifizierung nach ISO 17024 abgeschlossen werden.